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Rollgersten-Koji mit Aspergillus sojae

Der Rollgersten-Koji mit Aspergillus sojae ist fertig. 50 g habe ich für meinen Reh-Garum verwendet; den übrigen Koji habe ich für 24 Stunden in den Kühlschrank gestellt.

Nach rund 43 Stunden: dichter bewachsen

2. November, ca. 06:00 Uhr · seit dem Beimpfen am 31. Oktober um 11:00 Uhr

Guten Morgen aus der Koji-Box: Die Gerstenkörner sind wieder stärker miteinander verbunden. Auf dem neuen Foto und im Film wirkt der Belag dichter als nach dem gestrigen Auflockern; stellenweise zeigen sich gelblich-grüne Töne.

Im neuen Film lässt sich der Koji als zusammenhängender Block anheben. Ich habe die Platte nochmals aufgebrochen und die Körner aufgelockert.

Bildansicht

Rollgersten-Koji bei der Kontrolle nach rund 43 Stunden.

Rollgersten-Koji bei der Kontrolle nach rund 43 Stunden.

Musik: „Cold Funk“ · Kevin MacLeod (incompetech.com). Ausschnitt, Lautstärke und Ein-/Ausblendungen angepasst. incompetech.com · CC BY 4.0

Nach gut 21 Stunden: Zeit zum Auflockern

1. November, 08:28 Uhr · 21 Stunden und 28 Minuten seit dem Beimpfen

Die Gerste hat sich zu einer zusammenhängenden Platte verbunden. Ich löse sie vorsichtig mit den Händen und verteile die Körner wieder locker im Tablett. So kommt Luft zwischen die Körner: Der Koji-Pilz braucht Sauerstoff zum Wachsen. Gleichzeitig hilft das Auflockern, die Wärme gleichmässiger zu verteilen.

Schon aus der Box strömt ein fruchtiger, süsslicher, fast blumiger Duft mit einer ganz leicht säuerlichen Note. Das Handthermometer zeigt bei der Kontrolle 30 °C.

Musik: „Hep Cats“ · Kevin MacLeod (incompetech.com). Ausschnitt, Lautstärke und Ein-/Ausblendungen angepasst. incompetech.com · CC BY 4.0

Bildansicht

Die Körner hängen vor dem Auflockern zusammen.

Die Körner hängen vor dem Auflockern zusammen.
Bildansicht

Die zusammenhängende Schicht wird vorsichtig gelöst.

Die zusammenhängende Schicht wird vorsichtig gelöst.
Bildansicht

Wieder locker im Tablett verteilt.

Wieder locker im Tablett verteilt.
Bildansicht

Bei der Kontrolle zeigt das Handthermometer 30 °C.

Bei der Kontrolle zeigt das Handthermometer 30 °C.
Fachlicher HintergrundFermentation Culture · What Koji needs

Die ersten Schritte

01 · Rollgerste dämpfen

Ich dämpfe die Rollgerste im Tuch im Dämpfeinsatz meines Reiskochers.

02 · Koji-Tuch vorbereiten

Das Tuch für die Koji-Kultur koche ich vorher aus.

03 · Die gewählte Kultur

Diesmal kommt Aspergillus sojae zum Einsatz. Mich interessieren besonders seine Enzyme, die später beim Abbau des Fleischeiweisses helfen sollen.

Bildansicht

Dämpfaufbau im Reiskocher mit geschlossenem Deckel.

Dämpfaufbau im Reiskocher mit geschlossenem Deckel.
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Rollgerste im Tuch des Dämpfeinsatzes.

Rollgerste im Tuch des Dämpfeinsatzes.
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Das Tuch wird für die spätere Koji-Kultur ausgekocht.

Das Tuch wird für die spätere Koji-Kultur ausgekocht.
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Ausgewählte Sporenkultur: Aspergillus sojae.

Ausgewählte Sporenkultur: Aspergillus sojae.

Vom Dämpfen zum Abkühlen

Die gedämpfte Gerste kam ins Koji-buta, mein mit Tuch ausgelegtes Zedernholz-Tablett. Von anfangs 84 °C liess ich sie vor dem Beimpfen abkühlen.

Bildansicht

Gedämpfte Rollgerste im Koji-buta mit Temperaturfühler.

Gedämpfte Rollgerste im Koji-buta mit Temperaturfühler.
Bildansicht

Noch heiss: Das Thermometer zeigt 84 °C.

Noch heiss: Das Thermometer zeigt 84 °C.
Bildansicht

Im Zedernholz-Tablett kühlt die Gerste ab.

Im Zedernholz-Tablett kühlt die Gerste ab.
Fachlicher Hintergrund

Die Kultur kommt dazu

Bei etwa 32 °C war die Gerste bereit: Ich habe die Sporen von Aspergillus sojae mit einem feinen Sieb darüber verteilt und gründlich von Hand untergemischt. Dabei habe ich Klümpchen gelöst, damit die Kultur möglichst gleichmässig an die Körner gelangt. Danach kam das Tablett mit dem Temperaturfühler in den Inkubator.

Bildansicht

Vor dem Beimpfen: Das Handthermometer zeigt etwa 32 °C.

Vor dem Beimpfen: Das Handthermometer zeigt etwa 32 °C.
Bildansicht

Die Sporen werden mit einem feinen Sieb verteilt.

Die Sporen werden mit einem feinen Sieb verteilt.
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Gründliches Untermischen und Auflockern der Gerste.

Gründliches Untermischen und Auflockern der Gerste.
Bildansicht

Das beimpfte Tablett steht im Inkubator.

Das beimpfte Tablett steht im Inkubator.

Beim Einsetzen zeigt die Box 26,2 °C und 36,5 % relative Luftfeuchte; eingestellt sind weiterhin 30 °C und 80 %.

Musik: „Deadly Roulette“ · Kevin MacLeod (incompetech.com). Ausschnitt, Lautstärke und Ein-/Ausblendungen angepasst. incompetech.com · CC BY 4.0

Die Koji-Box steht bereit

Für das anschliessende Wachstum ist die Box vorbereitet. Temperatur und Luftfeuchte lassen sich darin regeln.

Eingestellt: 30 °C · 80 % r. F.

Beim Aufwärmen zeigt das Foto noch 18,7 °C und 54,4 % relative Luftfeuchte.

Bildansicht

Vorbereitete Koji-Box mit Lochblech, Fühlern und Belüftung.

Vorbereitete Koji-Box mit Lochblech, Fühlern und Belüftung.
Bildansicht

Regler für die Koji-Box: Soll 30 °C / 80 % r. F.; aktuell angezeigt 18,7 °C / 54,4 % r. F.

Regler für die Koji-Box: Soll 30 °C / 80 % r. F.; aktuell angezeigt 18,7 °C / 54,4 % r. F.

Warum gerade Aspergillus sojae?

Beim Garum übernehmen Enzyme einen Teil der Küchenarbeit: Sie zerlegen Eiweiss in kleinere Bausteine. Bestimmte A.-sojae-Stämme bilden besonders aktive eiweissspaltende Enzyme, sogenannte Proteasen. Wie gut das funktioniert, hängt vom gewählten Stamm und den Bedingungen ab.

Dabei können Aminosäuren freigesetzt werden. Ein weiteres Enzym, die Glutaminase, kann zur Bildung von Glutamat beitragen – einem wichtigen Geschmacksträger für Umami, also herzhafte Würze.

Das macht die Kultur für meinen Versuch spannend. Die Forschung dazu stammt vor allem aus der Sojasaucenherstellung; mehr Umami im späteren Fleisch-Garum ist mein Ziel, kein garantiertes Ergebnis.

Fachlicher Hintergrund

Der nächste Schritt: Reh-Garum

50 g dieses Rollgersten-Koji habe ich für meinen Reh-Garum verwendet. Der restliche Koji steht nun für 24 Stunden im Kühlschrank. Den Garum-Ansatz und seine geplante Reifung dokumentiere ich im eigenen Beitrag.

Zum Reh-Garum ↗
Fachlicher Hintergrundmimi ferments · Lagerung und Kühlung